die ersten Tage mit dem Nexus 4 3

Hallo Nexus 4

Hallo Nexus 4

Schon ist die erste Woche mit meinem Nexus 4 vorbei. Während immer noch viele auf ihr bereits bezahltes Gerät warten, gibt es sicher auch einige die mittlerweile in den Medien von dem Google Smartphone gelesen haben und vor der Entscheidung stehen, ob dieses Nexus 4 denn ein guter Ersatz für ihr bisheriges Smartphone ist. Für alle diejenigen schreibe ich hier meinen persönlichen Erfahrungsbericht.
Eines vorweg. Entgegen diversen Tests im Vorfeld, welche einen schwachen, nicht wechselbaren Akku, überdurchschnittliche Hitzeentwicklung auf der Rückseite und fehlendes LTE, bemängelten, zeigt mein Nexus 4 keinen aussergewöhnlichen Durst nach Strom, noch ist es mir gelungen auf der Rückseite Spiegeleier zu kochen und LTE lässt sich doch (illegal?) aktivieren – leider nur in Kanada.

Erster Eindruck, Verarbeitung
Die Verarbeitung ist hervorragend, das hochwertigste meiner bisherigen Smartphones. Erstaunlich bei dem konkurrenzlos tiefen Preis.
Das Nexus 4 liegt aufgrund des gummierten Randes perfekt in der Hand und lässt sich gut bedienen – auch bei einer Grösse von 4,7 Zoll. Dieses riesen Display – ich hatte zuvor ein HTC Desire (Bravo) – finde ich gerade noch passable für ein Smartphone. Alles was darüber hinaus geht, nennt sich Tablet und gehört nicht ans Ohr.

Die Rückseite mit der „blinkenden“ Struktur unter der Corning Gorilla Glass 2 Rückwand stört auch weniger als zuvor befürchtet. Der kachelige Discokugel-Effekt sieht man nur bei speziellem Lichteinfall und die Rückseite – wie übrigens auch das Display – sind sehr kratzfest. Ein mutiger hat in einem Youtube-Video sein neues Nexus 4 einem Kratztest unterzogen. Mein Nexus 4 schützt dieser günstige Bumper.

Bumper mit Nexus 4

Bumper mit Nexus 4

Display
Das zu den Seiten hin abgerundete 4.7″-IPS+ Display mit einer Auflösung von 1280×768 (~320ppi) fühlt sich in der Bedienung sehr gut an und besticht durch seine satten Farben. Einzig die Schwarztöne könnten für mein Empfinden durchaus kräftiger sein.

Eigentlich wollte ich eine Schutzfolie aufs Display kleben. Die musste aber wieder weg, weil bei Displays mit abgerundeten Seiten, die Folie nicht bis zum Rand gezogen werden kann. Das sieht nicht schön aus. Somit bleibt mir nur das Vertrauen ins hoffentlich kratzfreie Gorilla Glass 2.

Akku
Die Achillesferse des Nexus 4. Mit 2100 mAh etwas knapp bemessen bei einem Quadcore Smartphone. Hier hätte ich mir ein Akku in der Grösse des Motorola DROID RAZR MAXX gewünscht – nämlich 3300 mAh. Bei dem Preis des Nexus 4 war das aber schlicht nicht möglich.
Trotzdem bin ich mit dem Akku zufrieden. Er hält so lange wie jedes aktuelle Smartphone das intensiv genutzt wird – im Durchschnitt einen vollen Arbeitstag inklusive Feierabendbier.
Sind stromhungrige Dienste (WLAN, 3G, GPS, Bluetooth) aber deaktiviert und das Display auf 50% Helligkeit reduziert, schafft auch das Nexus locker zwei Tage ohne Steckdose.
Das drahtlose Aufladen konnte ich mangels geeigneter Ladestation nicht testen. Auf die Induktionskochplatte wollte ich es dann doch nicht legen. Sollte aber mit allen Ladestationen die den QI-Standard unterstützen funktionieren.

Klang
Diverse Berichte befürchteten eine negative Auswirkung auf die Lautstärke aufgrund der flachen Rückseite. Kann ich so nicht bestätigen. Habe bisher keinen Anruf verpasst und auch vom Wecker wurde ich tadellos geweckt. Beim Filme schauen empfinde ich den Ton für ein Smartphone als durchaus satt und klar. Kopfhörer klingen sogar noch eine Spur besser. Hier passen alle gängigen 3,5mm-Klinkenstecker.

Speicher
In vielen Berichten wird dieser mit 8GB bzw. 16GB als zu knapp bemessen. Zusätzlich fehlt – wie bei allen Nexus-Geräten – eine Speichererweiterung mit SD-Karten. Meine Vermutung warum der SD-Karteneinschub fehlt, habe ich hier geschrieben.
Zugegeben die 8GB-Variante ist doch etwas knapp bemessen. Zu beachten ist, das in der kleinen Version nur noch ~5GB für Apps, Daten, Fotos, Musik und Filme zur Verfügung stehen. Bei der 16GB Version sieht das schon besser aus. Hier hat man ~12GB Platz für Apps und Daten. Das sollte eigentlich reichen – hat man nicht seine komplette Musiksammlung inklusive speicherintensive Spiele auf dem Smartphone. Hier sieht man klar den Ansatz von Google, seine Cloud-Dienste an den Nexus 4-Benutzer zu bringen. Ich hingegen setze auf einen wohl durchdachten Datenhaushalt, meinen FTP-/SSH-Server und meine Skripte womit ich schnell und unkompliziert Daten von und zu meinem Nexus 4 kopieren kann. Als Datei-Manager kann ich den ESFileExplorer empfehlen. 

logo-app
App Name
ES Global
Free   
pulsante-google-play-store
pulsante-appbrain
qrcode-app


Durchaus könnte Google beim Thema Speicher nachbessern und zumindest einen USB-Host-Mode von Anfang an mit einbauen, damit man seine USB-Sticks anschliessen und nutzen kann. Spätere Custom-ROM’s bzw. angepasste Kernel werden diese Funktion mit Sicherheit unterstützen.

Kamera
Die Hauptkamera schiesst Bilder mit 8MP und die Frontkamera mit 1.3MP. Da ich selber wenig Bilder mit dem Smartphone knipse und auch keinen wirklichen Vergleich zu aktuellen Smartphones machen kann, verzichte ich hier auf meine persönliche Beurteilung und verweise auf den Test von pcgameshardware.de bzw. androidnext.de am Ende dieses Artikels.
Die neue Funktion „Photosphere“ schiesst Bilder im Google-Street-View-Modus. Sozusagen eine erweiterte Panoramafunktion die es erlaubt, eine komplette Kugel zu fotografieren. Leider können so geschossene Bilder bisher nur auf Google Earth oder Google+ betrachtet werden. Selbstverständlich auch auf dem Nexus 4. 🙂

Android 4.2 (Jelly Bean)
Kein Ruckeln, keine Aussetzer, kein Warten – ob wischen, Apps starten, zwischen Tasks wechseln, alles läuft flüssig und vor allem unglaublich schnell. So werden die täglichen Aktivitäten (mailen, surfen, bloggen, musik hören, bücher lesen, videos schauen) zum digitalen Genuss.
Die neue, zweigeteilte Benachrichtigungsleiste erinnert an MIUI und gefällt ganz gut. Sie zeigt – mit einem Finger herunter gezogen – Meldungen, Nachrichten, verpasste Anfrufe, etc., wird sie hingegen mit zwei Fingern gezogen, erscheinen Knöpfe die schnellen Zugriff auf Einstellungen wie z.B. WLAN, Helligkeit, Bluetooth, etc. erlauben. Eine individuell anpassbare Liste mit Knöpfen wäre hier schön gewesen.

Notifikation

doppelte Notifikation für Meldungen und Quick-Settings

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit auf dem Sperrbildschirm sogenannte Widgets abzulegen, die dann vor dem entsperren angeschaut werden können. Benutze ich wenig. Für den kurzen Blick aber gut gedacht.

Browser
Chrome wird nun als Standard-Browser verwendet. Das gefällt mir sehr gut, verwende ich den schnellen Browser ebenfalls auf all meinen Rechnern. Somit profitiere ich von den Synchronisierungsfunktionen und habe alle meine Lesezeichen auf dem Smartphone, dem Rechner im Büro und dem Laptop daheim immer synchron.
Ebenfalls gefällt mir die Bedienung mit den Tabs sehr gut. Seiten werden blitzschnell aufgebaut.

GoogleNow
Ein weiterer Service von Google, der als Assistent ortsbasierte Informationen (Wetter, Zugfahrplan, Fotos aus der Umgebung, etc.) sammelt und mit einem Wisch anzeigt.
Wer diese Funktion nicht benötigt kann sie selbstverständlich einfach deaktivieren, was auch der Akku dankt.

Tastatur
Mit Gesture Typing führt Google die  „Wisch-Schreibweise“ nun als Standard in Android ein. Eine tolle Idee die m.E. aber noch ausbaufähig ist. Vor allem wenn man schon länger Swype einsetzt. Noch bleibe ich bei Swype, gebe Android aber durchaus die Chance sich zu verbessern.

Fazit
Mit dem Nexus 4 hat LG und Google bewiesen, dass auch Premium-Smartphones zu einem attraktiven Preis hergestellt werden können – und eine grosse Nachfrage produzieren. Die Ausstattung und Funktion lässt nahezu keine Wünsche offen und selbst das Design muss bei einem Preis von 299 Euro (8GB) bzw. 349 Euro (16GB) keine Abstriche hinnehmen.
Ich empfehle das Nexus 4 allen welche auf der Suche nach einem schnellen, zuverlässigen und preiswerten digitalen Begleiter sind. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass LG die Produktion hochfährt und die Regale schon bald wieder mit Nexus 4 bestückt werden.
Nexus 4 Spezifikationen

Ausführliche Tests gibst von pcgameshardware.de wie auch von androidnext.de.

3 thoughts on “die ersten Tage mit dem Nexus 4

  1. Antworten Frank Nov 27,2012 15:00

    Sehr schöner Bericht! Deine Aussage, dass bei der 8GB Version gerade noch 5GB zur Verfügung stehen macht die 8GB Version eigentlich zum NoGo!

  2. Antworten Jimmy Dez 14,2012 10:25

    Super Beitrag. Freu mich wenn ich das ding haben kann. Bin zwar momentan mit dem S3 sehr zufrieden, aber ich möchte das reine Android. Das ganze geschnitzel von samsung passt mir nicht. Jetzt hast du mich überzeugt zum kauf! 🙂

  3. Antworten tschech Mrz 1,2013 10:03

    Super Bericht 🙂 danke habs endlich bestellt und flippe fast aus. Will haben! 😀 bin gespannt wie lange mein Akku hält.

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